Superfoods – ein Begriff in der Kritik

Gestern las ich einen interessanten Artikel über Superfoods. Kernbotschaft des Berichts: in erster Linie dient der Begriff der Geschäftemacherei. Das hat mich stutzig gemacht. Auch ich verwende den Begriff gelegentlich für in meinen Augen besondere Lebensmittel. Aber eigentlich hat die Journalistin recht: es scheint vermessen von Superfoods zu reden, wenn doch jeder Mensch auf Lebensmittel anders reagiert. So kann das Superfood Walnuss für einen Allergiker schon mal lebensbedrohlich werden.

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Was soll uns der Begriff eigentlich vermitteln? Sind Chiasamen wirklich eine Wunderwaffe gegen Darmerkrankungen und Diabetes? Stärken Cranberries die Blase und hilft die Maqui-Beere gegen Gewichtsprobleme? Nachgewiesen ist von alledem nichts. Lediglich Schlussfolgerungen aus Beobachtungen hat man gezogen – oft bewahrheiten sie sich nur leider nicht.

Außerdem gibt es kaum einen Nährstoff, der nur in einem Lebensmittel enthalten ist. Zugegeben – mittelkettige Fettsäuren kommen in nennenswerten Mengen nur in Kokosöl, Palmkernfett und Butter vor. Auch Vitamin D ist nur in wenigen Nahrungsmitteln vertreten. Dennoch ernähren wir uns nicht gleich ungesund, wenn wir auf diese Produkte verzichten.

Die Frage nach dem Zweck des Begriffs und der „Marketingmasche“ für spezielle Lebensmittel wie Chiasamen oder jetzt ganz aktuell die Maqui-Beere ist mehr als berechtigt, denn gerade die Superfoods sind meist teurer als vergleichbare Produkte. Der Begriff ist zudem nicht geschützt und kann – wie von mir ja auch – beliebig verwendet werden.

Würden wir den Begriff sinnvoll einsetzen wollen, so hätte jeder Mensch seine eigene Superfood-Liste. Da würden Nahrungsmittel drauf stehen, die gut tun UND gut schmecken. Auf meiner Liste würden sich unter anderem Avocado, Zucchini und Tomaten, Feta, griechischer Joghurt und Nüsse aller Art, Olivenöl und Brokkoli, Wildlachs und Heidelbeeren, Kokosprodukte und Mandelmus wiederfinden – die Liste wäre lang. Und das ist auch gut so. Denn erst die Abwechslung und die Kombination sowie die Qualität und die Zubereitung von Lebensmitteln machen sie zu echten Superfoods.