Quietschgelbes Trinkvergnügen: die Kurkuma-Latte ist der neue Renner

Gerade noch überraschte mich der Bulletproof Coffee als Kickstarter-Mischung für den perfekten Energieschub am frühen Morgen, schon stürmt das nächste Heißgetränk die Gesundheitscommunity mit allerlei Versprechungen.

kurkuma-latte

Quietschgelb ist das Trinkvergnügen. Vermengt werden Pflanzenmilch (Mandel, Kokos, Hafer, Haselnuss etc.), Kurkuma, frischer Ingwer und schwarzer Pfeffer. Eklig? Dachte ich anfangs auch. Dabei schmeckt es ungewohnt vorzüglich. Wer mag, verfeinert das scharfe Gemisch mit Zimt und wem es nicht süß genug ist, der gibt noch einen Teelöffel Honig dazu. Mir war es mit der zusätzlichen Süße zu süß – das kann aber auch an der Kokosmilch gelegen haben. Das Ganze wird in einem Topf erhitzt und wer es gern hübsch hat, der schäumt das Trend-Getränk kurz auf.

Und wozu der Aufwand? Nun, die Inhaltsstoffe haben Einiges zu bieten. Kurkuma ist schon lange Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Wir kennen es oftmals nur als additiven Bestandteil in der Krebstherapie oder als Gewürzbestandteil von Currymischungen im Essen. Die Wirkungen aber sind vielen unbekannt. Das in Kurkuma enthaltene Curcumin wirkt stark antioxidativ und entzündungshemmend. Es stimuliert die Bildung bestimmter Immunzellen und fördert die Entgiftung der Leber. Auch ein Schutz des Gehirns und damit verbunden ein geringeres Risiko, an Alzheimer zu erkranken, wird dem Gewürz zugeschrieben. Die anderen Zutaten ergänzen die Wirkung des Curcumins. Frischer Ingwer regt zusammen mit Schwarzem Pfeffer unseren Stoffwechsel an, wirkt schmerzlindernd (ähnlich wie Acetylsalicylsäure) und fördert die Ausscheidung von Giftstoffen. Zimt wiederum reguliert den Blutzuckerspiegel, wirkt antimikrobiell und soll Gelüste auf Süßes verhindern.

Das klingt doch vielversprechend. An die Farbe muss sich der Kaffee- und Milchkaffee-Trinker wohl erst einmal gewöhnen. Aber die leichte Schärfe an den Schmerzrezeptoren im Gaumen zusammen mit der leichten Süße auf der Zungenspitze hat mich positiv überrascht. Ob ich länger satt war und weniger Appetit hatte, kann ich nach dem einmaligen Versuch nicht einschätzen. Das wird die Zeit zeigen, denn die gelbe Mischung hat sich doch glatt einen Platz auf meinem Speise- bzw. Getränkezettel erschlichen. In diesem Fall lasse ich mich auch gern als Hipster betiteln.