Grillido – die Wurstrevolution?

Als ich das erste Mal einen Artikel über Grillido las, war ich neugierig und skeptisch zugleich. Wurstrevolution – das versprach ein spektakuläres Produkt.

Was als spontane Idee beim Grillen (wo sonst?) entstand, ist mittlerweile ein gefeiertes Startup 3er Wurstpioniere mit über 30 Sorten bislang unbekannter Wurstgeschmäcker.

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Grillidos „Popeye“ und „Asia“ mit Zucchini-Avocado-Wasabi-Püree.

Was das Besondere an den „Grillidos“ ist? Die Würstchen werden von einer Metzgerei produziert, die ausschließlich Weidefleisch verarbeitet. Diese produziert laut Grillido Story ohne Zusatzstoffe und kombiniert den Fleischanteil in der Wurst mit verschiedensten Gemüsen, Kräutern und Gewürzen. Gleichzeitig ist der Fettanteil mit nur etwa 4% sehr niedrig, der Eiweißanteil mit bis zu 30% sehr hoch. Die kürzlich erschienene „Grillido Sportvariante“ enthält zudem 0 Gramm Kohlenhydrate.

Das musste ich natürlich probieren. Als Thüringerin gehöre ich sicherlich zum kritischen Publikum, schließlich kann man einer echten Thüringer Rostbratwurst so schnell nichts entgegensetzen. Mit Neugier und Skepsis bestellte ich mir also das Probierset mit 7 verschiedenen Wurstvarianten, darunter die

  • Popeye
  • Asia
  • Hausmacher
  • Spargelico
  • Capri
  • Bavaria und
  • Greek.

Die Bestellungen der kreativen Wurstvarianten werden online immer bis zum Sonntag gesammelt, anschließend frisch produziert und spätestens am Dienstag versendet. Ich bestellte an einem Montag und erhielt das Paket in der Woche darauf am Freitag. Nichts also für Spontan-Griller. Die DHL-Lieferung kam ungekühlt – arg ungewohnt, was durchaus mein Misstrauen weckte.

Heute habe ich die ersten 2 Varianten probiert. Frisch sind die Würstchen noch. Der Blick auf die Zutatenliste verrät mir, dass in der Variante „Popeye“ neben Hähnchenfleisch und Spinat noch Hirtenkäse, Kochsalz, Gewürze, Kräuter, Maltodextrin, Gewürzeextrakte und Naturdarm enthalten sind. In der Variante „Asia“ hingegen sind Hähnchenfleisch, Paprika, Erdnüsse, Ingwer, Sulfit, Kochsalz, Kokosmilch, Gewürze, Maltodextrin, Zucker und Naturdarm verarbeitet. In der Hausmacher (Geschmackstest steht noch aus) entdecke ich den Süßstoff Natrium-Saccharin und den Konservierungsstoff Nitritpökelsalz. So ganz ohne Zusatzstoffe geht es dann eben doch nicht. Dennoch ist die Zutatenliste für eine Grillwurst durchaus Vorzeige-tauglich.

Nun aber zum Geschmack. Der ist … anders. Anders aber durchaus lecker. Die Variante „Asia“ hat mich am ehesten überzeugt, da die Paprika zu einem intensiven Geschmackserlebnis beiträgt. Den habe ich in der Variante „Popeye“ doch etwas vermisst. Durch den geringeren Fettgehalt sind die Grillidos auch etwas trockener als meine heißgeliebte Thüringer Rostbratwurst – hier merkt man, dass chemisch nicht nachgeholfen wurde. Sympathisch. Die Fleischstückchen bemerkt man beim Draufbeißen. Es ist nicht alles zu einer homogenen Masse verrührt, sondern jede Zutat hat ihren Platz – zumindest auch visuell, denn geschmacklich hätte ich wohl nicht alles erkannt.

Insgesamt ist es definitiv ein interessantes Produkt. Die Qualität der Zutaten sticht hervor, die Verarbeitung ist gut und der Geschmack überzeugend. Ob ich für 8 Würstchen jedoch immer knapp 20 EUR (inkl. Versand) berappen würde, glaube ich weniger. Dafür lieber ich das doch deutlich günstigere Thüringer Original zu sehr – und der Fettgehalt hat mich bislang auch nicht gestört. Aber ihr wisst ja: wer nicht probiert, kann nicht beurteilen ;).