Bulletproof Coffee! What?

Viele winken genervt ab, wenn jemand vom „bulletproof coffee“ erzählt. Ich hingegen habe zuvor noch nie etwas davon gehört. Was zum Henker ist das denn nun wieder?

Bulletproof coffee ist in der Paleo-Szene weit verbreitet und stammt vom Amerikaner Dave Asprey, der das mächtige Getränk in Tibet beim Bergsteigen entdeckte. Übersetzt heißt es so viel wie kugelsicherer Kaffee, worunter ich mir erst einmal auch nicht so viel vorstellen konnte. Bei den Tibetern sind Heißgetränke mit Butter scheinbar fester Bestandteil der Esskultur. Dave Asprey entdeckte das Getränk für sich als eine Art Frühstücksersatz und war fortan der festen Überzeugung, dass dieser Brauch seine Gewichtsabnahme förderte. Glaubt man den Versprechen des Erfinders, so bringt dieser Kaffee den ultimativen Energiekick und sättigt bis zu 6 Stunden lang.

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Neben Butter als Lieferant für gesättigte Fettsäuren, die gleichzeitig die Aufnahme des enthaltenen Koffeins verlangsamen sollen, gibt er frisch gebrühtem Kaffee noch Kokosfett als Lieferant von mittelkettigen Fettsäuren hinzu. Diese ihrerseits sollen schnelle Energie in Form eines Energieschubs liefern. Dabei soll das Getränk durch den hohen Fettgehalt auch lange satt machen.

Wird da zu viel versprochen? Die Meinungen in der Online-Community jedenfalls gehen weit auseinander. Die einen können mit dem Geschmack nicht viel anfangen, andere hadern mit dem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und wiederum andere haben trotzdem Hunger bekommen. Und manchen ist der Kaffee schlichtweg zu mächtig, weshalb die Trinker gut und gerne mal eine halbe Stunde brauchen, um den Kaffee „herunter zu bekommen“.

Was ich davon halte? Ihr kennt meine goldene Regel: jeder muss selbst ausprobieren, inwieweit diese Art von Kaffee in sein Ernährungskonzept passt und ihm gut tut. Wichtig ist laut dem Erfinder aber, dass es sich um gebrühten Kaffee handelt und dass die Butter von Tieren aus Weidetierhaltung stammt. Diese liefert zusätzlich Omega-3-Fettsäuren, mehr Vitamine und Beta-Carotin. So ganz schlecht hört sich das für mich jetzt nicht an.

Bei Gegnern des Bulletproof Coffee jedenfalls verursachen so viele gesättigte Fettsäuren in Verbindung mit einem Koffeingetränk und im Austausch zu einem nährstoffreichen Frühstück beklemmende Kopfschmerzen – auch nachzuvollziehen wie ich finde. Mittlerweile kenne ich aber einige, die Kokosfettkaffee mit Zimt wirklich etwas abgewinnen können. Scheinbar liegt diese Art von Kaffee vor allem denen, die in der Regel nicht ausgiebig frühstücken. Und da ich auch dazu gehöre, habe ich es gestern getestet.

Ich hatte allerdings keine Weidebutter im Haus, also beschränkte ich mich auf einen guten Löffel Kokosfett im Kaffee. Mixen, fertig. Der Geschmack hat mich positiv überrascht. Die fettigen Lippen sind sicherlich gewöhnungsbedürftig. Es ist 9 Uhr, als ich den Kaffee ausgetrunken habe. 6 Stunden später habe ich den zweiten Vortrag an diesem Tag gehalten und bin immer noch fit – ohne in der Zwischenzeit etwas gegessen zu haben. Ich hatte weder Magenknurren, noch einen Leistungseinbruch. Allerdings neige ich als Referent generell dazu, keinen Hunger zu haben. Dennoch – ein Versuch ist es sicherlich wert.