Ketogene Ernährung – Irren ist menschlich #Tag8

Bei einer ketogenen Ernährungsweise sind einige Lebensmittel, die nicht ausschließlich aus Fett bestehen, durchaus zum Verzehr geeignet. Nüsse und Samen zählen unter anderem dazu. Oftmals werden die kleinen Kraftpakate auch aufgrund ihres Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren lobend erwähnt. So bezeichnete ich den Konsum aller Nusssorten als ultimatives „Brainfood“ – bis ich aus aktuellem Anlass mal wieder in den Bundeslebensmittelschlüssel (Offizielle Lebensmitteldatenbank mit allen Nährwerten) schaute.

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Demnach ist nur die Walnuss wirklich reich an Omega-3-Fettsäuren, während alle anderen Nüsse deutlich verblassen. Maximal der Queenslandnuss (Macadamia) und der Paranuss kann man ein solches Etikett noch verpassen. Alle anderen gehen leer aus.

Doch damit nicht genug. Ich führte auch die Erdnuss als Antibeispiel vor – schließlich handelt es sich dabei um eine Hülsenfrucht und nicht um eine Nuss. Im Gegensatz zu einigen Nüssen aber ist die Erdnuss besonders eiweißreich und dafür nicht ganz so fettreich wie beispielsweise Wal- oder Haselnüsse. Auch der Kohlenhydratgehalt ist gegenüber Cashewkernen, Maronen oder Pistazien sehr niedrig. Warum also sind Erdnüsse nicht empfehlenswert? Ich weiß es nicht mehr. Ein Grund fällt mir ein: die Erdnuss weist ein höheres allergenes Potenzial auf. Obwohl das Allergierisiko bei Nüssen auch nicht gerade niedrig ist.

Wer keine Allergie vorweisen kann, profitiert in so mancherlei Hinsicht vom Verzehr: Nüsse senken das LDL-Cholesterin, wirken sich positiv auf den Blutdruck aus und agieren – im Falle der Walnuss – entzündungshemmend. Aufgrund des hohen Ballaststoff- und Eiweißgehaltes sättigen Nüsse vorzüglich und reduzieren Heißhungerattacken.

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Wer trotzdem der Meinung ist, dass Nüsse und Erdnüsse aufgrund des hohen Fett- und Kaloriengehaltes grundsätzlich nicht auf der persönlichen Speisekarte stehen, den kann ich beruhigen: die Verfügbarkeit des enthaltenen Fettes, wie zum Beispiel aus Mandeln, ist deutlich reduziert. Demnach sorgen die Ballaststoffe dafür, dass das Fett vom Körper nicht vollständig aufgenommen werden kann. Dies würde auch erklären, warum der Mehrverzehr an Fett und Kalorien aus Nüssen in wissenschaftlichen Untersuchungen nicht zu einem adäquaten Anstieg des Körpergewichts der Teilnehmer führte.

Für meine aktuelle Bilanz ist das nicht ganz von Vorteil. Aber vielleicht überzeugt es den einen oder anderen von euch, öfters zur Wunderwaffe „Nuss“ zu greifen.