Ketogene Ernährung – Ausgangsdiagnostik #Tag6

Heute habe ich die Laborwerte der Ausgangsanalyse bekommen. Relevante Parameter stelle ich von nun an regelmäßig vor und beginne heute mit den Fettstoffwechselwerten.

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Gesamtcholesterin, Triglyceride, HDL und LDL sind die bekanntesten Fettstoffwechselwerte und Bestandteil des großen Blutbildes. Das Gesamtcholesterin sagt noch nicht allzu viel über den Gesundheitsstatus aus. Häufig wird jedoch genau mit diesem Wert eine Fettstoffwechselstörung herbei argumentiert. Dies widerspricht jedoch den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wichtiger sind die Parameter LDL und HDL bzw. das Verhältnis daraus sowie die Triglyzeride.

LDL- und HDL-Cholesterin

Bedeutung

Cholesterin ist als Bestandteil aller Zellmembranen sowie als Ausgangssubstanz für bestimmte Hormone und Gallensäuren für den Körper unverzichtbar. Etwa 90% des Bedarfs werden durch die körpereigene Herstellung gedeckt. Der Rest wird über das Nahrungscholesterin zugeführt. Unter gesunden Bedingungen passt sich die Menge der Eigenherstellung der Menge an zugeführtem Cholesterin an, so dass der Cholesterinspiegel durch eine cholesterinreiche Ernährungsweise kaum beeinflusst wird.

Merke: Beim Gesunden wirkt sich der Cholesteringehalt im Essen kaum auf den Blut-Cholesterinspiegel aus.

Ein Großteil des Cholesterin-Stoffwechsels läuft in der Leber ab, wobei ein ständiger Austausch zwischen der Leber und den anderen Körpergeweben stattfindet. Der Transport des fettlöslichen Cholesterins erfolgt in sogenannten Lipoproteinen. Hierzu gehören auch das LDL- und das HDL-Cholesterin. Obwohl der Transportablauf sehr komplex ist, lässt sich dieser grob auf zwei Wege zusammenfassen:

  1. Die Leber bindet Cholesterin zusammen mit anderen Fetten zu größeren Partikeln zusammen, die auf dem Transport durchs Blut Triglyzeride und Fettsäuren abgeben und so zu cholesterinreichen, dichten LDL-Partikeln schrumpfen. Diese versorgen die Körpergewebe mit Cholesterin.
  2. Überschüssiges Cholesterin in den Körpergeweben wird in Form von HDL-Partikeln zur Leber transportiert und hier abgebaut.

Nimmt der LDL-Spiegel im Blut zu, steigt das Risiko, dass sich diese in den Gefäßwänden ablagern, dort bevorzugt oxidieren und vermehrt Fresszellen (Makrophagen) anlocken. Hierdurch wird eine Immunreaktion ausgelöst, die zusammen mit anderen Faktoren zu arteriosklerotischen Gefäßveränderungen führen kann.

HDL vermag hingegen Cholesterin aus solchen abgelagerten LDL-Partikeln aufzunehmen, abzutransportieren und damit das atherogene Potenzial zu reduzieren. Der Bewertung der LDL- und HDL-Werte bzw. deren Verhältnis zueinander sind folglich wesentliche Kriterien zur Abschätzung des Arteriosklerose-Risikos und der Wahrscheinlichkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln.

Diagnostische Bewertung

Früher wurde zur Bewertung des arteriosklerotischen Risikos allein der Gesamtcholesteringehalt im Blut betrachtet. Dieser Wert ist jedoch nur begrenzt aussagekräftig, da sämtliches Cholesterin erfasst wird, ohne Differenzierung, ob dieses aus LDL oder HDL stammt. So kann ein hoher Gesamtcholesterinwert unter Umständen auch durch einen hohen HDL-Spiegel hervorgerufen werden, was mit einem niedrigen Risiko verbunden ist. Zu beachten ist zudem, dass der Gesamtcholesterinspiegel mit dem Alter steigt. Als Faustregel für einen normalen Cholesterinwert gilt etwa: „200 + Alter“.

Die ersten Schritte zur Bewertung der beiden Cholesterinfraktionen ist deren Verhältnis zueinander sowie der Blick auf begleitende Risikofaktoren. Ist das Verhältnis LDL zu HDL ausgeglichen und liegt nur maximal ein weiterer Risikofaktor vor, ist auch bei erhöhtem LDL-Wert keine Therapie erforderlich. Erst wenn das Verhältlnis von LDL zu HDL deutlich erhöht ist und ein oder mehrere weitere Risikofaktoren vorliegen, sollte eine Bewertung des LDL-Wertes erfolgen.

Triglyzeride

Bedeutung

Triglyzeride werden ebenso wie Cholesterin in Lipoproteinen gebunden transportiert. Besonders nach fettreichen Mahlzeiten sind die Blutspiegel stark erhöht. Hohe Triglyzeridwerte sind zwar selbst wenig am arteriosklerotischen Geschehen beteiligt, führen allerdings häufig zu niedrigen HDL-Spiegeln und tragen folglich indirekt zum kardiovaskulären Risiko bei. Seltene Erhöhungen über 1.000 mg/ dl bergen die Gefahr einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Diagnostische Bedeutung

Erhöhte Triglyzeridwerte können sowohl Ausdruck einer eigenständigen, häufig erblich bedingten Erkrankung als auch Zeichen anderer Krankheiten (z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Alkoholmissbrauch, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Adipositas, Leberentzündung etc.) sein. Niedrige Werte hingegen können auf Nahrungsmangel, eine gestörte Fettverdauung oder eine Schilddrüsenüberfunktion deuten.

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Wie zu erkennen ist, sind meine Werte bereits in der Ausgangsdiagnostik normal. Hier könnten aber durch die Umstellung der Ernährung dennoch Veränderungen auftreten. Die ketogene Ernährung listet in der wissenschaftlichen Literatur als seltene „Nebenwirkung“ unter anderem einen erhöhten Cholesterinspiegel.